XXIV. Mir kamen Gedanken, was jetzt mit mir geschieht, da ich schon lange nichts von meiner liebevollen Mutter erfahren habe. Ich dachte, ob vielleicht etwas in mir ist oder ob ihr an mir etwas nicht gefällt, was sie von mir entfernt. Und obwohl ich in mir immer noch fühlte, dass sie sehr liebevoll und sanft in meiner Seele ist, war es wie von einer fernen Mutter, zu der ich keine Verbindung habe und von der ich nichts höre. Ich tröstete mich mit dem Gedanken: Meine liebenswerteste Mutter ist zufrieden, dass ihr geliebter Sohn bei mir ist. Wäre ihr liebevoller Besuch notwendig, zweifle ich nicht, dass sie zu mir käme und sich mir zeigen würde wie zuvor, wie sie mir versprochen hat. Das war am Tag vor dem Fest der Besuchung der liebevollen Mutter.
Am Fest der Besuchung der heiligen Jungfrau fühlte ich in meinem Inneren, wie sich in mir das Feuer der Liebe zu ihr und gleichzeitig zu Gott entzündet und meine Seele von der zärtlichsten Liebe verwundet wurde.
Als ich mich auf die heilige Kommunion vorbereitete, kehrte die Sehnsucht zu mir zurück, mich in der Liebe mit ihr in Gott und mit Gott zu verbinden. Ich war, wie es schien, in Gott und gleichzeitig in Maria auf eine sehr wunderbare, erhabene und geistliche Weise verwandelt, die ich nicht erklären kann. Ich fühlte mich von Gott und Maria beherrscht und dass ich in der Seele von Gott durch Maria das übernatürliche Leben empfange, und so schien es, dass ich durch Gott und durch Maria lebe, atme und liebe. Meine Seele, Gott und Maria sind zwar drei, aber diese drei scheinen nur eins, von der Liebe verzehrt in eines und vereinigt in eines.
Als ich bereits empfangen sollte, sah ich meine allerliebste, liebevolle Mutter dicht bei mir zu meiner rechten Seite und gleichzeitig ihren geliebten Sohn Jesus, meinen einzigen Geliebten, direkt vor mir, und es schien mir, dass ich mein Herz meiner liebevollen Mutter gebe, damit sie es meinem geliebten Jesus übergibt und ihn liebevoll bittet, mir zu erlauben, die eheliche Treue zu ihrem liebsten Sohn, meinem Geliebten, zu erneuern. Und so geschah es…
Nach dem Empfang der heiligen Kommunion verschwand die bildhafte Präsenz oder Vorstellung von Jesus und Maria, so dass ich ihr Abbild nicht mehr sah. Und ich blieb in einer gewissen vertraulichen, passiven Verbindung und Teilnahme am ewigen, unendlichen, formlosen und höchsten Gut. Die heiligste Gottesmutter und meine liebevolle Mutter schienen in diese Verbindung und Teilnahme auf eine so einfache, abstrakte und geistliche Weise einbezogen zu sein, dass mir in meinem Geist kein oder nur ein geringfügiges Bild von ihr blieb.
Es schien mir, dass Gott in der Seele völlig passiv wirkt, das heißt, während sie passiv agiert, und dass nichts von mir dabei vermischt wird, denn es geschieht zu rein. Ich empfinde, dass ich im Verstand kein körperliches Bild oder Abbild der liebevollen Mutter haben oder erschaffen könnte. Das, was mir hier Gott erlaubt, zu genießen, geschieht mit einer sehr distanzierten Erinnerung, reinem Wissen und verschwimmender Liebe in Gott und Maria.
(Übersetzt von P. Metoděj F. Minařík O.Carm.)