Leben mit dem Heiligen Geist

Blick in das Gebet der drei Karmelitinnen

Hl. Maria Magdalena de' Pazzi

Geboren 1566 in Florenz, trat 1582 in das Kloster der Karmelitinnen von P. Maria Angela ein und starb nach 25 Jahren religiösem Leben am 25. Mai 1607 dort. Ihr Leben war von außergewöhnlichen spirituellen Äußerungen und Ekstasen geprägt, die die Schwestern festhielten. Sie wurde 1669 heiliggesprochen.

„Ja, du bist wunderbar, Wort, im Heiligen Geist. Denn du bewirkst, dass der Heilige Geist dich in die Seele sät, sodass die Seele sich mit Gott verbindet, Gott annimmt, ihn erkennt und in nichts neben ihm Steigerung findet. Und der Heilige Geist kommt in die Seele mit dem Siegel des Wortes, mit dem Siegel des Blutes des geopferten Lammes, ja, dieses Blut hat sogar das, um zu kommen, obwohl der Geist selbst weht und sich wünscht zu kommen.

Dieser wehende Geist ist an sich das Sein des Vaters und das Sein des Wortes und geht aus dem Wesen des Vaters und der Liebe des Wortes hervor und tritt in die Seele ein wie eine sprudelnde Quelle, in die sie eintaucht. Wie wenn zwei Flüsse hervorsprudeln und sich vereinen, sodass der kleinere seinen Namen verliert und den Namen des größeren annimmt, so wirkt dieser göttliche Geist, der in die Seele eintritt, um sich mit ihr zu verbinden. Es bleibt nur, dass die Seele, die schließlich kleiner ist, ihren Namen verliert und ihn dem Geist überlässt; sie wird dies tun, wenn sie sich ihm so weit öffnet, dass sie mit ihm eins wird.

Und dieser Geist, der Verteiler des Reichtums, der im Herzen des Vaters verwahrt wird und der Hüter der Verordnungen, die zwischen Vater und Sohn entstehen, dringt mit solcher Zartheit in die Seele ein, dass er kaum bemerkt wird und nur wenige Menschen seine wahre Größe unterscheiden.

Mächtig und sanft strömt der Geist in alle Orte, die bereit und vorbereitet sind, ihn aufzunehmen. Jedes Ohr wird durch sein wiederholtes Wort und durch sein tiefstes Schweigen erklingt. Still und doch Bewegung, durch die Welle der Liebe dringt er alles ein.

Du verharrst nicht, heiliger Geist, in der Unbeweglichkeit des Vaters noch im Wort, und doch bist du beständig im Vater und im Wort und in dir selbst, wie auch in jedem guten Geist und in allen Geschöpfen. Die Schöpfung benötigt dich für das Blut, das der eingeborene Sohn Gottes, das Wort Gottes, mit unendlicher Liebe für seine Schöpfung unentbehrlich gemacht hat. Du ruhst auf jedem Geschöpf, das sich so verwaltet, dass es durch die Teilhabe an deinen Geschenken in der Reinheit eine wirkliche Ähnlichkeit mit dir erreicht. Du ruhst auf denen, die mit dem Blut des Lammes besprengt wurden, lassen das Wort Gottes in sich wirken und bereiten dir in sich einen würdigen Wohnsitz.“

(Aus den Aufzeichnungen der Zeugenaussagen der Heiligen –
deutsche Übersetzung entnommen aus dem 2. Lesung der täglichen Gebete der Kirche am Fest der hl. Maria M. de' Pazzi.)

Hl. Therese Margarete vom Allerheiligsten Herzen Jesu

Sie stammte aus der italienischen Adelsfamilie Redi. Geboren am 15. Juli 1747. Am 1. September 1764 trat sie in das Kloster der hl. Teresia der Unbeschuhten Karmelitinnen in Florenz ein und starb dort am 7. März 1770 (sie war also 22 Jahre alt). Sie wurde 1929 seliggesprochen und 1934 heiliggesprochen.

An einem Sonntag nach Pfingsten im Jahr 1767 erhielt sie große kontemplative Gnade: es wurde ihr gegeben, in die Worte des heiligen Johannes einzudringen: „Gott ist Liebe“ (1 Joh 4,16), die beim morgendlichen Gebet gelesen wurden, und es wurde ihr gegeben, den Reichtum des Verweilens der Trinität in der Seele zu verstehen und zu erleben. Ihr geistlicher Leiter P. Ildefons von St. Alois berichtete darüber: „Sie sagte mir göttliche Dinge; sie offenbarte, dass durch diese Liebe die Liebe ist, mit der Gott sich selbst von Ewigkeit her liebt, und der Geist Gottes, also das Leben und der Atem Gottes, der der Heilige Geist ist... und dass, wenn gesagt wird: wer in der Liebe ist, ist in Gott und Gott ist in ihm, damit gesagt wird, dass dieser Mensch vom Leben Gottes lebt und Gott, in gewissem Sinne, von seinem Leben lebt“ (Proc. Ord., 1184). Sie nahm das mystische Eindringen des Heiligen Geistes in ihre Seele wahr, und das ernährte ihre intensive Frömmigkeit diesem Geist gegenüber, zu dem sie „sich mit vollkommener Zuversicht und Vertrauen flüchtete und ihn bat, dass er in ihrem Herzen nie untätig sei, sondern dass er verstärkt und vermehrt immer mehr ihre Liebe“ (ebd., 1409). Diese ungeschaffene Liebe inspirierte und packte sie, weckte in ihr den brennenden Wunsch, Apostelin zu sein, das intensive Bedürfnis, durch Gebet und Opfer zum Wohl der Kirche und der Seelen beizutragen.

(Aus ihrer Biographie. Bearbeitet von Ennano Ancilli, in: Santi del Carmelo, institutum Carmelitanum,
Rom 1972, S. 371n.)

Sel. Maria vom gekreuzigten Jesus

Geboren 1846 in Galiläa, bekannt auch unter ihrem bürgerlichen Namen Miriam Baouardy. Sie trat 1867 in den Orden der Unbeschuhten Karmelitinnen in Frankreich ein und reiste 1875 zum neu gegründeten Kloster in Bethlehem. Dort starb sie ebenfalls am 26. August 1878. Sie betonte eifrig die Bedeutung des Respekts vor dem Heiligen Geist. Sie wurde am 13. November 1983 seliggesprochen. Der Karmel-Verlag veröffentlichte ein Buch über sie „Regenbogen über dem Heiligen Land“ von Hans Rossi.

„Heiliger Geist, erleuchte mich! Was soll ich tun und wie kann ich Jesus finden? Die Jünger waren sehr unwissend, sie waren bei Jesus und verstanden ihn trotzdem nicht. Auch ich bin im Haus Jesu und verstehe ihn nicht. – Auch die kleinste Sache berührt mich und bringt mich in Verwirrung. Ich bin überempfindlich; ich bin nicht großzügig genug, um für Jesus Opfer zu bringen.

Oh Heiliger Geist, als du den Jüngern mit deinem Licht leuchtetest, wurden sie verwandelt; sie waren nicht mehr die, die sie zuvor waren; sie erhielten neue Kraft, und die Opfer wurden für sie einfach; sie erkannten Jesus besser als zuvor, als er noch unter ihnen lebte. Quelle des Friedens, des Lichtes, komm, um mich zu erleuchten. Ich bin hungrig, komm, um mich zu sättigen; ich bin durstig, komm und gib mir zu trinken; ich bin blind, komm, um mich zu erleuchten; ich bin arm, komm, um mich reich zu machen; ich bin unwissend, komm und lehre mich!

Heiliger Geist, ich gebe mich dir hin.“

(Aus ihren Gebeten. Nur aus dem Deutschen übersetzt.
Bearbeitet von P. Gorazd O.Carm.)