Messfeiern als Inspiration für eine größere Konzentration während der Messe (2. Teil)

P. Gorazd Cetkovský, O.Carm.

Dritte Art: Sich auf die grundlegenden (inneren) Haltungen des Gebets konzentrieren

Diese Messe wird im Missionsbuch als die erste in der Reihenfolge aufgeführt, mit dem Untertitel: nach St. Linhart. Das hat mich besonders interessiert, da St. Leonard1 Patron der schönen Kirche in Liděřovice ist, wo wir uns mehrmals im Jahr beim sogenannten „Lüften der Kirche und der Orgel“ versammeln.

Leonardo da Porto Maurizio

Wie mir jedoch der Premonstratensier P. Jindřich Zdík Charouz aus Želiv erklärte, ist der Autor dieser Andacht jedoch nicht jener St. Leonard (der Einsiedler, der im zentralen Frankreich nahe Limoges lebte, etwa 559 starb und dessen Gedächtnis am 6. November gefeiert wird), sondern ein Franziskaner aus zwölf Jahrhunderte später: St. Leonard da Porto Maurizio (1676–1751). Da eine Lungenerkrankung verhinderte, dass er in Missionsgebiete gesandt wurde, wirkte er als Prediger in Italien. Er predigte verständlich und war sehr beliebt. Er verstand es, auch die harten Soldaten, Seeleute und Gefangenen zu überzeugen, aber auch vornehme und sanfte Personen suchten seine geistliche Begleitung. Er verbreitete eifrig die Andacht zum Kreuzweg; Berichten zufolge wurden mehr als 550 solcher Wege auf seine Anregung in Italien erbaut. Große Freude bereitete ihm, als der Papst erlaubte, eine Station des Kreuzweges im Kolosseum zu errichten. Jemand hat gezählt, dass St. Leonard in Italien etwa 343 Volksmissionen abgehalten hat. Er wurde der Apostel Italiens genannt. Auch St. Alfons von Liguori war ein großer Bewunderer von ihm und gab im Rahmen des Vorbereitungsprozesses für die Seligsprechung von Leonard Zeugnis ab. 1796 wurde Leonard da Porto Maurizio seliggesprochen und 1867 heiliggesprochen. Papst Pius XI. erklärte ihn 1927 zum Patron derjenigen, die Volksmissionen führen. Sein Gedächtnis wird in der Franziskanerfamilie am 26. November gefeiert. Im Zusammenhang mit unserem Thema ist es interessant, dass er unter anderem das Buch Der verborgene Schatz, oder der Preis und die Vorzüglichkeit der heiligen Messe (Rom 1737) verfasste. Sein gesamtes Werk wurde im 19. Jahrhundert herausgegeben und Anfang des 20. Jahrhunderts erneut veröffentlicht, und vermutlich haben die Redemptoristen von dort für ihr Missionsbuch geschöpft.

Messe nach St. Linhart ist im Missionsbuch mit dieser Einleitung versehen:

Die heilige Messe wird Gott aus vier Gründen angeboten:

1. um die Ehrfurcht Gottes zu loben und sich vor ihm zu verbeugen;
2. um Gott für unsere Sünden Genugtuung zu leisten;
3. um ihm für alle Wohltaten zu danken;
4. um ihm unsere Bitten vorzutragen.

Dementsprechend teilt St. Linhart die heilige Messe in vier Teile und widmet jedem Zweck ein längeres Gebet.
Auf dieser Sichtweise zur Messe basiert die Andacht, deren Schema ganz einfach ist:

1. Vom Anfang der heiligen Messe bis zum Ende des Evangeliums Lob und Anbetung
2. Vom Opfern bis zur Erhöhung Genugtuung
3. Vom Erhöhen bis zur Kommunion Dankgebet
4. Vom Empfang bis zum Ende der Messe Heilige Bitten

Nur zur Ergänzung: Der Opfergang folgte damals direkt nach dem Evangelium, da die Predigt außerhalb der Messe stattfand und die Fürbitten in der damaligen Liturgie nicht vorgesehen waren; sodass nur an den Tagen, an denen dies vorgeschrieben war, zwischen dem Evangelium und dem Opfer das Credo eingefügt wurde. Es ist bemerkenswert, dass die Übergänge zwischen den einzelnen Teilen hier dieselben wichtigen Momente im Verlauf der Messe bilden, denen auch in der vorhergehenden Messe besondere Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Das entspricht der damaligen Sicht der heiligen Messe, wie sie beispielsweise im Missionsbuch in einer bereits siebzig Jahre älteren Ausgabe ausgedrückt wird:2

Um die Verdienste des Opfers der heiligen Messe zu teilen, müssen wir auf das Handeln des Priesters, insbesondere auf diese drei Hauptteile: Opferung, Erhöhung und Empfang, achten, oder wir können fromme Gebetsformeln der Messe verwenden, oder das Martyrium Christi durchdenken, oder im Rosenkranz beten, oder ein anderes Gebet tun, und dabei allerdings ohne Angst, ob es vollkommen geschehen ist oder nicht, zuerst auf die genannten drei Hauptteile zu achten.

Das heißt einfach und in der heutigen Sprache gesagt: Der Teilnehmer an der Gottesdienst sollte sich bemühen, an der Opferung von Brot und Wein, am Wandeln und am Empfang aktiv zu beten. Die übrige Zeit der heiligen Messe sollte er mit Gebet füllen, so wie es ihm nahe lag. Diese freundliche Warnung an die eifrigen Gläubigen vor übermäßiger Sorge wurde sicher von der reichen pastoralen Erfahrung der Redemptoristen inspiriert.

Der Blick von St. Leonard da Porto Maurizio auf die heilige Messe geht unmittelbar aus der dogmatischen Definition des tridentinischen Konzils hervor. Diese wurde zur Grundlage der Lehre über die heilige Messe, die allgemein in den Katechismen und Gebetsbüchern als verlässlicher katholischer Glaube dargeboten wird.

A. Čala erklärt es treffend:

Der Konzil von Trient definierte feierlich: „Wenn jemand sagt, dass das Opfer der heiligen Messe nur ein Opfer des Lobes und Dankes ist oder eine bloße Erinnerung an das Opfer, das am Kreuz vollbracht wurde, aber kein Sühneopfer, oder dass es nur den Empfangenden zugutekommt und nicht für die Lebenden und Verstorbenen, für Sünden, Strafen, Genugtuung und andere Bedürfnisse, dieweil sei aus der Kirche ausgeschlossen.“ In dieser Definition erklärt die Kirche, dass die heilige Messe ein Opfer des Lobes, Dankes, Versöhnung und der Fürbitte ist. Da die heilige Messe das einzige wahre und eigene Opfer des Neuen Bundes ist, muss es alle Ziele des Opfers im eigenen Sinne haben. Es ist jedoch bekannt, dass immer vier Hauptarten von Opfern unterschieden wurden: Opfer des Lobes, Dankes, Versöhnung und Fürbitte. Daher muss auch die heilige Messe diese vier Ziele haben.3

Ähnlich schreibt Dr. František Cinek:

„Das Eucharistische Opfer (...) ist der erhabenste Hymnus des Lobes an den dreieinigen Gott. Es ist die tiefste Anbetung, die vollkommene Danksagung, die eindringlichste Versöhnung und das wirksamste Flehen.“4

So hallte die genannte Definition des tridentinischen Konzils in der Katechese stetig nach. Besonderen Wert wurde jedoch darauf gelegt, dass jeder, der an der Messe teilnimmt, sich auch an der Hingabe Christi beteiligt:

„Die heilige Messe mit zu opfern – das ist das Wichtigste, was man bei der heiligen Messe tun kann und was auch unsere Hauptpflicht ist. Während der heiligen Messe sollten wir keine privaten Gebete beten, die mit dem Messopfer nichts zu tun haben und unsere Aufmerksamkeit vom heiligsten Akt ablenken oder sogar die Verbindung mit der heiligen Messe direkt unmöglich machen. Wie viel Verwirrung hat eine solche Praxis in das religiöse Leben gebracht!“5

Ähnlich geht das Zitat weiter, das wir aus dem Katechismus F. Tomáška angeführt haben (bei der Messe verhalte dich wie an der Kalvaria unter dem Kreuz, imitiere die Freunde Jesu, nicht die Soldaten und ungläubigen Juden):

„Pflege in dir (bei der Teilnahme an der Messe) eine solche opfernde Haltung, dass du dich dem opfernden Denken des Herrn Jesus so nahe wie möglich nimmst. Bete unablässig darum.“6

Übrigens wird dies auch im Vorwort zur Andacht von St. Leonard so ausgedrückt: „Die heilige Messe wird Gott aus vier Gründen opfernd angeboten...“ Aber dieser Dringlichkeit, sich zu opfern, sollte man sich auch einmal gesondert widmen. In diesem Moment möchte ich hervorheben, dass im Gegensatz zu den beiden vorhergehenden Andachten, die wir bereits angeführt haben, diese „Messe nach St. Linhart“ tatsächlich mit der heiligen Messe zusammenhängt. Mehr, als es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Ihr Inhalt sind also vier längere Gebete, die an Gott wieder in direkter Rede gerichtet sind. Nach jedem von ihnen wird (in weniger auffälliger Schrift und in Klammern) eine Aufforderung hinzugefügt, so oder ähnlich bis zum Ende des entsprechenden Teils der Messe zu beten. Lassen Sie uns das erste Gebet anführen:

O Gott, ich verehre dich und erkenne dich an als meinen Herrn und Gott! Ich bekenne, dass alles, was ich habe und bin, dein ist, denn ich habe alles von dir empfangen. Deine höchste Majestät verdient unendlichen Respekt und Ruhm, aber ich, beklagenswertes und elendes Geschöpf, bin nicht in der Lage, dir die gebührende Ehre zu erweisen. Daher opfere ich dir den tiefsten Respekt, den dir der Herr Jesus bei dem kostbaren Opfer der heiligen Messe erweist. Was er hier tut, will ich auch mit ihm tun. (...) Ich verehre dich in Verbindung mit der Demut, mit der sich der Herr Jesus dir verneigt. Ich freue mich aufrichtig darüber, dass der Herr Jesus dir bei der heiligen Messe auch für mich unendliche Ehre erweist.
– O Jesus, ich möchte mich immer mit dir in der tiefsten Ehrfurcht dem himmlischen Vater verneigen und seiner überragenden Majestät Lob zollen.
(Wiederhole diese und ähnliche Gebete bis zum Ende des Evangeliums.)

So handelt es sich hier nicht um das Verfolgen des Ablaufs der heiligen Messe, dennoch bezieht sich der Betende doch kontinuierlich auf sie oder vielmehr auf Jesus, der darin anwesend ist und handelt!

Das zweite Gebet, das Gebet der Genugtuung, bestimmt für den ersten Teil des Opfers (vom Opfern bis zur Erhöhung, also bis zur Wandlung), sagt:

O mein Gott, so oft habe ich dich durch meine Sünden verraten und gegen dich rebelliert! Ach, demütig gebe ich meine Schuld zu; von ganzem Herzen hasse ich meine Sünden und bereue sie über alles. Ich opfere dir dafür die Genugtuung, die dir Jesus auf dem Altar bringt. Ich opfere dir seine Verdienste, sein hochheiliges Blut und sein Leiden, ich opfere dir ihn selbst, Gott und Mensch, der sich hier für mich opfert. Der Herr Jesus ist bei der heiligen Messe mein Fürsprecher und Mittler; hier bittet er für mich um Gnade und Vergebung – ich verbinde meine Bitten mit seinem kostbaren Blut und bitte dich um Barmherzigkeit und Vergebung aller Sünden. O Barmherzigkeit, ruft das Blut des göttlichen Erlösers, um Barmherzigkeit ruft auch mein Herz, von Reue betrübtes. (...) Und wie könnte mir Jesus Christus nicht die Vergebung erlangen, wenn er sie mir durch seinen Tod am Kreuz verdient hat? Ja, o Gott, ich hoffe, dass du mir wegen der Verdienste des Herrn Jesus alle meine Sünden vergeben wirst, die ich bis zu meinem Tod bereuen werde.
(So und ähnlich bete bis zur Erhöhung.)

Hier ist das Thema der Genugtuung, „der Gerechtigkeit Genüge tun“, bemerkenswert.7 Was ist das entsprechende entgegengesetzte Konzept? Meiner Meinung nach ist es immer gut, sich um die ursprüngliche Bedeutung der Bilder zu bemühen, mit denen wir traditionell das, was zwischen uns und Gott geschehen ist, ausdrücken. Da wir uns in die Sklaverei der Sünde verkauft haben, war eine Erlösung nötig. Da wir durch die Sünde und den Tod verderbten, war eine Rettung nötig (Heil). Und da wir Gott geringgeschätzt haben, war Genugtuung nötig. Es ist noch nicht lange her, dass wir dies bei den Treffen des Dritten Ordens im Rahmen von Einführungen in die Lektüre des Werkes Das Buch des Lebens der heiligen Teresa von Ávila bemerkt haben. Auch zur Zeit Teresas – als die Gesellschaft undemokratisch war, gewissenhaft in gesellschaftliche Schichten aufgeteilt: Könige, verschiedene Kategorien des Adels, Bürger, Leibeigene – galt es als große Sünde, jemandem nicht die gebührende Ehre zu erweisen – ihn zu beleidigen! Und wir haben durch die Sünde Gott beleidigt oder beleidigen ihn. Wie kann man dem wiedergutmachen? Ein gestohlenes oder beschädigtes Objekt kann zurückgegeben oder gegebenenfalls mit Geld ersetzt werden. Aber wie kann man die Ehre eines anderen wiederherstellen, wenn wir ihn geringgeschätzt haben? Wie kann man eine Beleidigung Gottes wieder gut machen? Unsere Kräfte reichen dazu nicht aus. Darum kam Jesus und zeigte eine Liebe, Ehrfurcht und Treue, die der Gerechtigkeit voll und ganz entsprachen.

Und wenn wir um Genugtuung kämpfen, wenn wir uns mit der Genugtuung Jesu verbinden, geht es uns nicht nur um uns selbst, um die Tilgung unserer Schuld und um die Vergebung der verdienten Strafe, sondern wir haben Gott im Blick, dem wir Unrecht getan haben. Es geht uns um ihn, um seine Ehre, um seine geringgeschätzte Liebe! Und erst an zweiter Stelle steht die Tatsache, dass wir unser Leben kompliziert haben...

Das dritte Gebet enthält Dank. Davon kann es nie genug geben. Auch hier sind wir oftmals wenig einfallsreich und wenig begeistert. Lassen wir uns also auch hier etwas lehren:

O Gott meines Herzens, du hast mich mit so vielen Gaben und Gnaden überschüttet, sowohl allgemeinen als auch besonderen, die du mir mit solcher Liebe gegeben hast, und darüber hinaus bereitest du mir Gaben deiner Liebe in der Ewigkeit. Groß war deine Barmherzigkeit gegenüber mir, die kein Ende hat. Ich möchte dir gebührenden Dank erweisen. Wie kann ich das tun? Womit soll ich dir, Herr, vergelten, für alles, was du für mich getan hast? „Ich will den Kelch des Heils nehmen und den Namen des Herrn anrufen“ (Ps 116,13). Ja, so will ich es tun. In Dankbarkeit für alle deine Gaben und Gnaden opfere ich dir durch die Hände der Priester diesen hochheiligen Leib, dieses kostbare Blut des makellosen Lammes, Jesus Christus, der hier wirklich auf dem Altar gegenwärtig ist. Dieses Opfer unendlichen Wertes reicht aus, um all die Gnaden und Gaben zu begleichen, die du mir und allen Menschen gegeben hast und noch geben wirst. Zugleich opfere ich dir mich selbst in Verbindung mit dem Herrn Jesus. Nimm in Opfer meinen Verstand und mein Herz, alles, was ich mein nenne. All meine Gedanken, Wünsche und Gefühle mögen nur deiner Liebe dienen! O Maria, meine Mutter und Königin, Engel und Heilige im Himmel, helft mir; opfert ihm dieses teuerste Opfer und alle heiligen Messen, die heute auf der ganzen Welt gefeiert werden, zum Dank für all die Wohltaten, die wir von ihm empfangen haben und die er uns noch geben wird!
(Mit solchen Gedanken und Gefühlen beschäftige dich bis zur heiligen Kommunion!)

Hier wird also zur Danksagung, die im Titel dieses Gebets enthalten ist, auch die Hingabe, die wie bereits erwähnt, als unsere insgesamt wichtigste innere Haltung während der Messe angesehen wird, ergänzt. Auch dass – in dieser Andacht zur heiligen Messe nur hier, also einmalig – der Betende um Hilfe von Engeln und Heiligen bittet, spricht für die Dringlichkeit seines Gebets. Dies könnte auch damit zusammenhängen, dass die ablaufende heilige Messe aus der Sicht der damaligen Theologie den Höhepunkt erreicht: Gott ist auf den Altar herabgestiegen und ist nun auf einzigartige, wunderbare Weise im Leib und Blut Christi gegenwärtig.

Und wenn wir lernen wollten zu danken, könnte es ebenso lehrreich sein, sich mit dem letzten Teil des Gebets – den Bitten – vertraut zu machen. Sie beziehen sich ebenfalls auf Jesus und sein Opfer, das sich gerade auf dem Altar ereignet hat.

O Gott, ich erkenne an, dass ich deiner Gnaden nicht wert bin, da ich dich so oft und so schwer beleidigt habe. Aber für mich opfert sich dein göttlicher Sohn Jesus Christus während der heiligen Messe. Für die unermesslichen Verdienste seines Todes am Kreuz bitte ich dich, gib mir alle Gnaden, die für mein Heil notwendig sind. Vergib mir meine Sünden und schenke mir deine heilige Liebe und das Verweilen im Guten bis zum Ende. Möge deine Hilfe stets mit mir sein, damit ich in allen Tugenden wachse und tagtäglich mehr Freude an dir habe. Von jetzt an möge mich nichts von dir trennen, der du das höchste Gute bist, das ewiger Liebe wert ist! Bitte dich auch für meine Eltern, Verwandten, Freunde, Wohltäter, besonders für die, die sich meinem Gebet empfohlen haben. Segne die heilige Kirche, (...) segne den heiligen Vater N., unsere Bischöfe und Priester und Personen im Ordensleben. Segne unser geliebtes Vaterland und all ihre Kinder. – Ich empfehle dir die Bekehrung der Sünder und die Seelen im Fegefeuer. Zeige uns allen, Herr, deine Barmherzigkeit um Jesu Christi willen, deines Sohnes, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.
(Füge auch andere Bitten für dich und für andere hinzu. Besonders bitte um Erleuchtung, Kraft und Trost in dem und dem Leiden oder Versuchung, für den Erfolg in diesem oder jenem Anliegen oder um Abwendung eines Unglücks. Je größer dein Vertrauen ist, desto mehr wirst du empfangen.)

Ursprünglich hatte ich nicht vor, das Gebet im vollen Wortlaut zu zitieren, aber letztendlich konnte ich nicht anders. Es geht hier jedoch nicht um die Menge oder Raffinesse der Worte (schließlich ermahnt uns der Herr Jesus, bei unserem Gebet nicht plappern zu sollen wie die Heiden – Mt 6,7). Lehrreich sind hier die bewusste Teilnahme an den vier grundlegenden „inneren Haltungen“ des Gebets. Wir kommen später darauf zurück.
Diese Andacht zur heiligen Messe hat mich am meisten angesprochen. Natürlich finden wir in den Gebetsbüchern noch viele andere Andachten zur Messe. Konrád M. Kubeš führt die Andacht marianisch auf, in der die einzelnen Teile der Messe allegorisch mit Ereignissen aus dem Leben der Jungfrau Maria verbunden werden (der Eingangsritus erinnert hier an die Verkündigung, das Gloria – an die Geburt Christi, das Evangelium – an die Anbetung der drei Könige usw.).8 An anderer Stelle finden wir Andachten zur Messe, die während der Messe einfach an verschiedene Worte des Herrn Jesus erinnern, zum Beispiel: „Liebe deinen Nächsten“ oder: „Eure Herzen erschrecken nicht, (...) ich gehe, um euch einen Platz vorzubereiten“, und erweitern sie in Gebet.

Der verletzliche Punkt aller Andachten zur heiligen Messe stellte den Übergang vom Lesen zum eigentlichen inneren Gebet dar. Deshalb schreibt K. Kubeš:

„Es genügt jedoch nicht, aus reiner Neugier zu lesen! Es ist notwendig, Demut, Reue, Dankbarkeit, Freude, Lob zu wecken, zu beten und zu versöhnen, wie es jede Teil der heiligen Messe fordert.“9

Aber so ist es eigentlich immer, wenn wir in unserem Gebet Worte annehmen, die jemand anderes für uns formuliert hat. Der Buchstabe muss Raum für den Geist schaffen. Er wirkt jedoch nicht automatisch, gedankenlos. Es bedarf unserer Liebe, die müht, die ihn sucht und nach ihm ruft.


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