Spirituelle Höhenflüge (Teil 4)

Miriam – Kleine Araberin

26. Lied über die Wüste und den Tau. – Als ich mich selbst als unfruchtbares Land sah, rief ich flehentlich zum Herrn und sagte zu ihm:

karmel 4 2015 03

Herr, mein Land ist ausgedörrt und verbrannt:
sendet ihm euren Tau.

Mein Körper zerfällt,
meine Beine können mich nicht mehr tragen,
meine Hände können sich nicht mehr bewegen.

Mein Nervensystem ist gelähmt,
meine Knochen sind trocken,
das Mark meiner Knochen ist faul.

Die Haare auf meinem Kopf sind fest geworden,
alle sind aufgerichtet und stechen wie Nadeln.

Meine Ohren haben sich so fest geschlossen,
dass ich nicht hören kann.

Aus meinen Augen schläft das Feuer
und sie sehen kein Licht mehr.

Meine Nase ist verstopft,
meine Zunge klebt am Gaumen
und ich kann kein Wort mehr aussprechen,
um flehend zu dir zu rufen.

Meine Zähne sind so zusammengebissen,
dass die Luft nicht hindurchströmen kann
und ich sterbe.

Meine Lippen sind durch die Hitze so rissig,
dass ich sie nicht mehr bewegen kann,
um dich um Hilfe zu rufen.
Herr, sendet euren Tau auf dieses ausgedörrte Land
und es wird wieder lebendig.

* * *

Nach der heiligen Kommunion besuchte Jesus sein Land und ich sang:

Der Herr besuchte sein Land,
und aus dem ausgedörrten und verbrannten, wie es war,
wurde es in seiner Gegenwart fruchtbar und fruchtbar.

karmel 4 2015 02Der Regen des Herrn kam,
das Gras und das Grün sprossen.

Der Baum, an dem ich mich lehnte,
wurde süß wie eine Palme.

Die Kräfte kamen zurück;
Hände und Füße konnten mich stützen.

Mein Körper ist jetzt wie der eines Kindes,
meine Nerven sind lebendig geworden.

Meine Knochen haben sich gestärkt,
das Mark meiner Knochen ist wie köstliche Speise.

Meine Haare wurden weich,
sie fallen über meinen Kopf.

Meine Ohren öffneten sich,
damit ich die süßen Worte des Herrn hören kann.

Meine Zunge wurde gelöst,
um Lob zu singen!

Der süße Tau erfrischte meine Lippen,
der Mund öffnete sich leicht
und ließ die Luft strömen, damit ich frei atmen kann.

Meine ausgedörrten Lippen wurden weich,
damit ich dem Herrn ein Danklied singen kann.

Meine Nase öffnete sich
und atmete den lieblichen Duft des Geliebten ein.

Der ganze Körper ruhte sich aus
und wurde gestärkt ...

27. Lied über die Flügel und die Blumen. – Ich halte mich an die Flügel meines Erlösers. Ich sehe das ganze Land, das mich segnet. Ach! Wie süß ist es, dein zu sein, mein Erlöser! Dein Name ist groß; er erfüllt den Himmel. Alles lobt dich und ist voller Freude in deiner Gegenwart. Meine Flügel zum Fliegen hat mir mein Erlöser geschenkt. Sein Blick hat Mitleid mit meiner Seele gehabt. Er gab mir Flügel, mit denen ich flog. Tief war der Abgrund, in dem ich mich befand; und der Herr nahm mich heraus. Seit diesem Tag bin ich für immer in seinen Armen. Glücklicher Tag: Möge er niemals enden! ... Der Herr nahm mich in sein Heimatland. Was sagt ihr, Bewohner des Landes? Er gibt mir Flügel zum Fliegen; er gibt mir tausende Blumen, die ich auf den Weg streuen kann, den ich sehe; er gab mir einen Korb mit Blumen in die Hände; alle Freunde können sie einsammeln. Ich streute sie entlang des Weges; sowohl Freunde als auch Feinde eilten, um sie zu bekommen. Er gab mir Flügel zum Fliegen und kniete den Korb mit Blumen. Der Himmel und die Erde lächelten mit ihrem unbefleckten Lächeln ...

Aus dem Italienischen übersetzt von P. Jindřich Zdík Charouz, O.Praem.
Fortsetzung in der nächsten Ausgabe


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