Mariam – kleine Araberin1
6. Bewundernswerter Jesus. – Oh! Wie bewundernswert ist Jesus! Mein Gott, ich beuge mich vor dir. Du allein bist groß; ich verbeuge mich vor deiner Größe, deiner Macht. Du allein bist der Bewunderung wert ... Du bist bewundernswert. Wer ist dir ähnlich? Es gibt keinen anderen Gott, der dir ähnlich ist, weder im Himmel noch auf Erden. Wie glücklich bin ich, dass Gott mich erschaffen hat, damit ich dich rufen kann: mein Gott! Wenn du mich ohne Verstand erschaffen hättest, könnte ich nicht sagen: mein Gott. Danke, dass du mir Intelligenz gegeben hast: ich opfere sie dir. Wie glücklich bin ich, einen Vater zu haben, der Himmel und Erde erfüllt! Dass überall meinem Gott Lob gesungen wird! Dass die Berge vor Freude hüpfen, dass die Erde jubelt!...
7. Die Süße Jesu. – Es ist süß zuzuhören, wenn über Jesus gesprochen wird, aber süßer ist es, Jesus selbst zuzuhören. Es ist süß, an Jesus zu denken, aber süßer ist es, ihn zu besitzen ... Es ist süß, Jesus zuzuhören, aber süßer ist es, seinen Willen zu tun ...
8. Jesus mit Liebe kaufen. – Ich sehe meinen Bruder, der den Geliebten verkauft ... Oh, mein Bruder, wie kannst du Jesus wegen deiner Freuden, wegen deiner Interessen, wegen des Gehens auf dem Weg Satans, der der Weg in die Hölle ist, verkaufen? Oh, mein Bruder, wenn du den Geliebten verkaufen willst, ich werde ihn kaufen ... Oh, Heiland, ich würde dich mit meinen Tränen, mit Gehorsam, mit Demut, mit Liebe, mit Opfer, mit dem Tod, mit reineren Liebe zum Nächsten kaufen ... Wenn ich dies tue, werde ich dich kaufen für die, die dich verkaufen.
9. Vor und nach der heiligen Kommunion. – Wenn ihr euch auf die Kommunion vorbereitet, ist es wichtig, darüber nachzudenken, wer der ist, der kommt. Es ist Jesus, Jesus so gut, so liebenswert, so süß und zugleich so groß, so mächtig, so schön! ... Zu wem kommt er? Er kommt zu euch, die ihr nichts seid als Staub und Nichtigkeit. Er kommt, um sich euch zu geben, um mit euch eine einzige Sache zu machen. Wenn ihr ihn in euer Herz bekommt, denkt daran, dass ihr wie Maria seid, die ihn in ihrem Schoß trug. Den ganzen Tag richtet euren Blick auf diesen Jesus, den ihr am Morgen empfangen habt ...
10. Baum des Lebens2
Willkommen, willkommen, gesegneter Baum,
du gibst uns die Früchte des Lebens!
Aus der Mitte dieser Erde
seufzt mein Herz, mein Herz klagt ...
Oh! Wer wird mir Flügel geben,
dass ich zu meinem Geliebten fliegen kann?
Willkommen, willkommen, gesegneter Baum,
du gibst uns die Früchte des Lebens!
Auf deinen Blättern sehe ich diese Worte geschrieben:
Fürchte dich nicht!
Deine Zweige sagen: Hofft!
Deine Sprossen sagen mir: Liebe!
Und dein Schatten: Demut!
Willkommen, willkommen, gesegneter Baum,
in dir finde ich die Früchte des Lebens.
Aus der Mitte dieser Erde
seufzt mein Herz, mein Herz klagt!
Oh! Wer wird mir Flügel geben,
dass ich zu meinem Geliebten fliegen kann?
Willkommen, willkommen, gesegneter Baum,
du bringst die Früchte des Lebens.
In deinem Schatten sehne ich mich zu seufzen;
zu deinen Füßen will ich sterben ...
11. (Kurze) Invokationen. –
Heiliger Geist, inspiriere mich!
Gottesliebe, verzehre mich!
Führe mich auf den rechten Weg.
Maria, meine Mutter, schau auf mich.
Segne mich mit Jesus.
Von allem Bösen, von allen Illusionen,
von jeder Gefahr beschütze mich.
12. Der Geist Jesu. – Heiliger Geist, erleuchte mich. Was soll ich tun und wie finde ich Jesus? Die Jünger waren sehr unwissend, sie waren mit Jesus und verstanden ihn nicht. Auch ich bin im Hause Jesu und verstehe Jesus nicht ... Jede Kleinigkeit stört mich, regt mich auf. Ich bin zu empfindlich; ich habe nicht genug Großzügigkeit, um es Jesus zu opfern ... Oh, Heiliger Geist, als du den Jüngern einen Lichtstrahl gegeben hast, wurden sie verändert; sie waren nicht mehr das, was sie früher waren; ihre Kraft wurde neu, ihre Opfer wurden leicht; sie erkannten Jesus mehr als zu der Zeit, als er mit ihnen war.
Ursprung des Friedens, des Lichts, komm und erleuchte mich! Ich hungere, komm und sättige mich; ich habe Durst, komm und tränke mich; ich bin blind, komm und erleuchte mich; ich bin arm, komm und bereichere mich; ich bin unwissend, komm und lehre mich. Heiliger Geist, ich gebe mich dir hin ...
13. Wahre Ehrfurcht vor dem Heiligen Geist. – Es schien mir, dass ich unseren Herrn stehen sehe, sich an einen großen Baum lehnend; um ihn herum war Korn und Trauben, die im Licht reiften, das unser Herr ausstrahlte. Da hörte ich eine Stimme, die zu mir sprach: „Die Welt und die Ordensgemeinschaften suchen neue Formen der Gottseligkeit und vergessen die wahre Ehrfurcht vor dem Tröster. Deshalb gibt es hier Irrtümer, Uneinigkeit, deshalb ist hier kein Frieden und Licht. Das Licht wird nicht ausreichend angerufen, wie es sein sollte; es ermöglicht die Wahrheit zu erkennen. Auch in den Seminaren wird es vernachlässigt ... (Und so) herrschen Verfolgungen, in den Ordensfamilien gibt es Neid; deshalb ist die Welt in Dunkelheit. Keiner, der (sei es) in der Welt oder im Kloster, den Heiligen Geist anruft und ihn verehrt, wird in Irrtümern sterben. Alle Priester, die diese Gottseligkeit verkünden, werden, wenn sie zu anderen sprechen, Licht bekommen.“ Mir wurde gesagt, dass es notwendig ist, dass jeder Priester einmal im Monat eine heilige Messe zum Heiligen Geist feiert. Und alle, die daran teilnehmen, werden das Licht und die Gnade erhalten, die sie besonders benötigen. Mir wurde auch gesagt, dass der Tag kommen wird, an dem Satan in weltlichen Personen, in Priestern und Ordensschwestern, vortäuschen wird, unser Herrn und sein Wort zu sein. Aber wer den Heiligen Geist anruft, wird den Irrtum erkennen. Über diese Ehrfurcht habe ich so viele Dinge gesehen, dass darüber Bücher geschrieben werden könnten. Aber ich könnte sie nicht wiederholen. Und ich, ich bin ungebildet, ich kann weder lesen noch schreiben. Der Herr offenbart das Licht wohl wem er will ...
14. Marien Tugenden. – Ich werde euch mein marianisches Gebet sagen. Oh, Maria, du warst eine Jungfrau in der Welt. Wer könnte denken, dass du die Mutter Gottes werden würdest? Du wurdest die Mutter Gottes wegen deiner Demut. Der Engel des Herrn trat vor Maria, um ihr ihre göttliche Mutterschaft zu offenbaren. Die Jungfrau, durch mächtiges göttliches Licht erleuchtet, erniedrigte sich bei dem Gedanken, dass derjenige, der die Himmel und die Erde erschaffen hat, ihr Sohn werden sollte. Der Engel sprach zur Jungfrau und Mutter; und jedes Mal, wenn der Engel zu ihr sprach, erniedrigte sich Maria. Oh! Maria, wie demütig und in deiner Demut liebenswert bist du!... Maria war einfach das Modell des Glaubens. – Oh! Wie lieb war Marias Glaube dem himmlischen Vater! Mit ihrem Glauben ermöglichte sie es Jesus, täglich in ihr zu wachsen. Derselbe Glaube, den wir haben müssen, wird es Jesus ermöglichen, ebenso in unserem Herzen zu wachsen. Wegen ihres Glaubens und ihrer Demut fühlt sich Maria unwürdig, die Mutter Gottes zu werden. Auf Erden können Kinder nicht ohne Mutter geboren werden: Sie kommen durch eine Frau in die Welt. Und auch durch eine Frau treten wir in den Himmel ein – und diese Frau ist Maria. Nach der Sünde erwarteten die Menschen die Frucht Mariens, dieser Jungfrau, zärtlich, demütig und heilig. Sei gegrüßt, Maria, sei gesegnet!...
15. Maria, Mutter der Auferstehung. –
Zu den Füßen Marias, meiner lieben Mutter,
habe ich das Leben gefunden.
Oh, ihr alle, die ihr leidet, kommt zu Maria,
zu Mariens Füßen habe ich das Leben gefunden.
Euer Heil und euer Leben
sind zu Mariens Füßen.
Oh, ihr, die ihr in diesem Kloster arbeitet,
Maria zählt eure Schritte und eure Mühen.
Sagt euch:
Zu Mariens Füßen
habe ich das Leben gefunden.
Ihr, die ihr in diesem Kloster wohnt,
befreit euch von allem Irdischen.
Euer Heil und euer Leben
sind zu Mariens Füßen.
Ihr, die ihr in diesem Kloster wohnt,
Maria sagt euch:
meine Tochter, ich habe dich aus Zehntausenden ausgewählt;
aus Zehntausenden, und ich werde dich in meinen Tempel bringen.
Zu Mariens Füßen
werdet ihr Leben finden.
Maria sagt euch: Ich habe dich in meinen Tempel gebracht,
du wirst nicht hungern, du wirst niemals Durst haben;
ich werde dir Nahrung geben,
Körper, Blut des Unschuldigen.
Zu Mariens Füßen
habe ich das Leben gefunden.
Ihr, die ihr sagt, dass ich ein Waisenkind bin, schaut:
ich habe eine Mutter in den Höhen des Himmels.
Glückliche Tochter einer solchen Mutter!...
Zu Mariens Füßen
habe ich das Leben gefunden.
Ich wohne im Schoß meiner Mutter,
da finde ich meinen Geliebten:
bin ich also ein Waisenkind?
Im Schoß Marias
habe ich das Leben gefunden.
Die Schlange und der Drache wollten mich umbringen
und mein Leben haben ...
Aber zu Mariens Füßen, in diesem Kloster,
habe ich das Leben wiedergefunden ...
Maria ruft mich und ich werde in diesem Kloster
für immer bleiben.
Zu Mariens Füßen
habe ich das Leben wiedergefunden ...
16. Maria, Nahrung, Ruhe. –
Das Brot, das mir bestimmt war,
hat die bewundernswerte Mutter gesegnet ...
Alles endet, ich kann in diesem Leben nicht mehr leben;
gute Mutter, bewahre mich immer nah bei dir.
Ich kann nicht mehr; nimm mich nah zu dir,
geliebte Mutter ...
Meine Nahrung, das Essen, das mich sättigt,
ist dich zu sehen, geliebte Mutter;
Das Wasser, das ich trinke, um meine Seele zu erquicken,
ist dich zu lieben, geliebte Mutter ...
Wenn ich dich liebe, sättige ich mich mit Leben;
wenn ich dich liebe, erfrische ich mich.
Die Ruhe, mit der ich mich sättige,
ist dich nachts und tags zu suchen ...
(Fortsetzung im nächsten Heft.)
Wir möchten die Leser darauf hinweisen, dass der Karmeliten Verlag über die heilige Maria von Jesus am Kreuz in der Reihe Carmelitana das Buch „Miriam – kleine Araberin“ (weitere Informationen auf www.iKarmel.cz) veröffentlicht hat, dessen Autor Pierre Estrate ist.