Heilige Mutter Teresa, bitte für uns!

Der Zweite Weltkrieg traf auch die britischen Kolonien in Indien hart. Kalkutta wurde wiederholt von der japanischen Luftwaffe bombardiert. Der durch den Krieg verursachte Hunger forderte in den Jahren 1942–43 zwei bis drei Millionen unmittelbare Opfer (Tod durch Hunger und an Krankheiten aufgrund von Unterernährung), weitere Millionen Menschen fielen – bedingt durch den Krieg und die Inflation – unter die Armutsgrenze. Die britische Armee beschlagnahmte im April 1942 die Schule von Mutter Teresa in Kalkutta als Militärkrankenhaus, alle Schwestern und Zöglinge mussten gehen. Es gelang Mutter Teresa, improvisierte Räumlichkeiten anzumieten, sie war damals etwas über dreißig Jahre alt...

Zu dieser Zeit waren unsere finanziellen Bedingungen sehr schlecht, die Loreto-Schwestern kümmerten sich um uns. Wir waren auf sie angewiesen. Mutter half uns mit der Ausbildung und tat viel für die Mädchen. Sie mietete ein Gebäude, das vier Räume und eine Halle hatte. Wir blieben den ganzen Tag dort, wuschen uns, lernten …

Während des Zweiten Weltkriegs gab es keine Lehrerin, die die vierte bis zehnte Klasse unterrichtete. Alle Stunden übernahm Mutter und beschäftigte uns, damit wir die Angst vergaßen und sie überwanden.

Eines Tages hatten wir kein Essen. Um acht Uhr sagte Mutter: Ich gehe hinaus, Kinder, ihr bleibt in der Kapelle und betet. Um vier Uhr nachmittags war der Vorratsraum voll mit verschiedenen Gemüsearten. Wir konnten unseren Augen nicht trauen.

(Mutter Teresa /1910–1997/ in den Erinnerungen der Schwestern und Zöglinge der Schule in Kalkutta, Zweiter Weltkrieg;
zitiert nach dem Buch Komm, sei mein Licht; KNA 2008)