Als ich den Garten betrat, sehe ich, wie alles vor Freude des Frühlings atmet. Die Bäume, in Blüten gekleidet, verströmen einen betörenden Duft; alles erbebt vor Freude, und die singenden und zwitschern Vögel preisen Gott und sagen zu mir: Freue dich und jubiliere, Schwester Faustyna, aber in meiner Seele herrscht Dunkelheit und Leiden. Meine Seele ist so sensibel für das Säuseln der Gnade, sie kann mit allem, was geschaffen ist und mich umgibt, sprechen, und ich weiß, warum Gott die Erde so verschönert hat... Aber mein Herz kann sich nicht freuen, denn der Geliebte hat sich vor mir verborgen, und ich finde keine Ruhe, bis ich Dich finde... Ich kann nicht ohne Gott leben, aber ich fühle, dass auch Gott ohne mich kein Glück empfinden kann, obwohl Er sich selbst vollkommen genügt...
(Faustyna Kowalska /1905–1938/, Tagebuch, III. Heft, 1120)