Du bist eine süße Flamme.

Über Dich gelehnt und durch die Gunst der Schönheit
deines Lichtes, so wie auch die Wolke, der Ast, das Gras,
bist du die süße Flamme und ich die glühende Quelle,
bist die Flamme, die mich verbrennt, tötet und rettet.

Im Sturm der Sehnsucht scheint es mir, dass ich höre
die erregte Stimme, die donnert und herausfordert,
wenn ich erschöpft durch die trockene Wüste gehe,
führt sie mich sicher durch das ausgedörrte Flussbett.

Du entzündest die Morgenröte mit dem Morgenstern, in ihm
erweckst du die Luft zur Freude, Blitz und Staub der Erde
sind dein Geschenk, auch die Kräfte der dunklen Elementarität

dieses Regens im lauten, überwältigenden Ansturm.
Ich bin bei Dir, Gott, Ehrfurcht erweckend und unermesslich,
mein Gott, verborgen, süß, der sich in Geheimnissen hüllt.

(Pura Vásquez /1918–2016/, Gedicht Fernes Volumen, Übersetzung Josef Hrdlička)