Z einem Brief von der seligen Elisabeth vom Heiligsten Dreifaltigkeit

Abbé Beaubis, 22. Juni 1904.

Eure Exzellenz,
scheint es Ihnen nicht, dass es für die Seelen keine Entfernung, keine Trennung gibt? Das ist die Erfüllung des Gebets Christi: „Vater, dass sie eins seien.“1 Es scheint mir, dass die Seelen auf Erden und die Seligen im himmlischen Licht sich so nah sind, denn sie sind alle mit demselben und ein und demselben Gott vereint, mit dem selben Vater, der sich den einen im Glauben und im Geheimnis gibt und die anderen mit seinem göttlichen Glanz nährt..., aber es ist der selbe und wir tragen ihn in uns. Er neigt sich zu uns mit all seiner Liebe, Tag und Nacht, möchte sich mit uns teilen, uns sein göttliches Leben eingießen, um aus uns ihm ähnliche Wesen zu machen, die ihn überall ausstrahlen werden. Welche Macht hat der Apostel über die Seelen, der immer am Quell des lebendigen Wassers bleibt! Er kann nämlich unaufhörlich seine Umgebung bewässern, ohne dass seine Seele jemals leer bleibt, denn er empfängt vom Unendlichen.

Ich bete sehr für Sie, dass Gott alle Mächte Ihrer Seele überflutet, dass er Ihnen die Teilhabe an seinem gesamten Geheimnis gibt, damit alles in Ihnen göttlich und mit seinem Siegel markiert ist, sodass Sie ein anderer Christus sind, der zur Ehre des Vaters wirkt.

Auch Sie werden sicher für mich beten. In der Tiefe meiner geliebten Einsamkeit des Karmels möchte ich mit Ihnen Apostel sein, ich möchte zur Ehre Gottes arbeiten, und dafür muss ich mit ihm erfüllt sein, dann werde ich allmächtig sein. Ein einziger Blick, ein einziger Wunsch wird zu einem unwiderstehlichen Gebet, das alles erreichen kann, denn wir bringen beinahe Gott zu Gott...

Aus dem Französischen übersetzt von Elisabeth Graubner.