In mir, über mir, um mich herum… fiat voluntas tua.

Ich befand mich in undurchdringlicher Dunkelheit, ohne zu wissen, woher ich ein Lichtstrahl erwarten sollte. Ich war der Meinung, dass ich für alles selbst verantwortlich sei und dass ich nichts anderes verdiene, und so wiederholte ich ständig: Schaffe mir ein reines Herz, Gott, und erneuere in mir den Geist der Ausdauer! In diesem quälenden Zustand, den ich nicht einmal vernünftig beschreiben kann, hatte ich niemanden, auf den ich mich stützen konnte. Gott fand ich nicht mehr, das Licht des Glaubens war mir auch genommen, Hoffnung und spürbare Liebe waren dahin. All diesen Dunkelheiten und Versuchungen folgte die Angst, dass ich aufgrund meiner Unzulänglichkeit und Kleinheit die Auflösung der Kongregation erleben würde. Daraufhin sagte ich: Herr, ich kann aus mir selbst überhaupt nichts tun. Aber selbst wenn ich könnte, wollte ich es nicht, denn ich sehne mich nach nichts anderem, als dass in mir, über mir, um mich … fiat voluntas tua. Wenn die Kongregation durch mein Wirken weiterbestehen soll, eile mir zur Hilfe, fiat. Und wenn ich mein Werk verlassen und zu Dir kommen soll, mit der Angst, dass zusammen mit meinem Leben auch es endet, fiat. Wenn Du willst, dass ich noch eine Weile lebe und hilflos leiden sehe, wie das, was ich aufgebaut habe und erreicht habe, zusammenbricht … fiat. Ja, mein Gott! Ich werde weiterhin wiederholen, dass geschehe, was Du willst … fiat. … Wenn es möglich ist, nimm diesen Kelch von uns.

(Maria Theresia Scrilli /1825–1889/, Auszug aus der Autobiografie)