Noch eine Anmerkung des Evangelisten erscheint mir wichtig. Er sagt, dass Jesus seine Hände erhob und sie segnete. Als er sie segnete, entfernte er sich von ihnen. Sein letztes Bild für sie waren die erhobenen Hände, die segnende Geste. Die Himmelfahrt ist ein Segen. Im Segen geht Christus, jedoch gilt auch umgekehrt – im Segen bleibt er. So ist auch weiterhin seine Beziehung zur Welt und zu jedem von uns: Er segnet, er selbst ist für uns zum Segen geworden. Vielleicht könnten gerade diese Worte das besondere Paradoxon von Abschied und Freude erklären, mit dem die Jünger nach Hause zurückkehrten: das Ereignis, das die Jünger erlebten, war das Segnen. Und als Gesegnete gingen sie von dort weg – als Gesegnete, nicht als Verlassene. Sie wussten, dass sie für immer gesegnet sind und dass sie ebenfalls für immer unter den segnenden Händen sind, egal wohin sie gehen.
(Kardinal Joseph Ratzinger, Meditation über das Fest der Himmelfahrt des Herrn)