Unser Gott, wir bitten dich, öffne unsere Herzen, öffne unsere Augen, öffne unsere Ohren für das, was du für uns vorbereitest und was wir nicht verstehen können.
Gott, öffne uns das Herz, öffne unsere Augen, öffne unsere Ohren für die unendliche Weite, Länge, Größe und Tiefe deiner Barmherzigkeit. Denn du bist wirklich nicht der Gott des wilden Gerichts, du bist wirklich nicht der Gott des furchtbaren Zorns, sondern du bist der Gott des Herzens.
Du bist der Gott des Herzens in dem Maße, dass du selbst das Herz sein möchtest, das offen ist, um alle Ströme des Kummer, alle Ströme des Leidens, alle Ströme der Verlassenheit in sich aufzunehmen. Du bist das offene Herz, das nach unserem Kummer, nach unserem Leid, nach unserem Elend verlangt, um es in sich aufzunehmen und es zu verwandeln, um es durch die Wärme in deine große und reinigende Liebe zu verwandeln.
Gott des Herzens, Gott des heiligsten Herzens, Gott des durchbohrten Herzens, Gott des blutenden Herzens: Nimm unsere armen, schwachen, versagenden und stöhnenden Herzen auf! Umhülle uns vollständig mit deiner Liebe, umhülle uns vollständig mit deinem Zuhause, mit dem heiligen Zuhause deiner Liebe!
Lass unser altes Gebet, unsere alten Lieder so echt wie möglich Wirklichkeit werden: Jesus, in dir lebe ich, Jesus, in dir sterbe ich, Jesus, mit dir bin ich lebendig und tot.
(Erich Przywara SJ /1889–1972/, Gebete dieser Zeit, 24; in der Zeit des Zweiten Weltkriegs)