Die Auferstehung ist im Zusammenhang mit der Körperlichkeit zu sehen. Viele grundlegende Elemente der katholischen Doktrin betreffen den menschlichen Körper: der Körper des Kindes in der Krippe, die Eucharistie als Geschenk des Körpers, die Auferstehung des Körpers Christi, unsere eigene Auferstehung. Ich denke, dass unsere Schwierigkeiten, die Auferstehung zu verstehen, daher rühren, dass wir dazu neigen, den menschlichen Körper als einen Sack aus Fleisch und Knochen zu betrachten. Der Körper ist jedoch etwas mehr. Er ermöglicht es uns, mit anderen zu sein. Gleichzeitig schränkt er uns ein. Wenn ich in einem anderen Raum wäre, könnte ich nicht hier bei Ihnen sein; wenn jemand stirbt, kann ich nicht mit ihm sprechen.
Die Auferstehung des Körpers ist also viel mehr als nur die Wiederbelebung einer Leiche. Es ist die Verwandlung der Weise, wie Christus uns gegenwärtig ist, wodurch alle Grenzen überwunden werden, die uns unsere Körperlichkeit auferlegt. Wir können die Auferstehung als die Verwandlung Christi in einen Zustand betrachten, in dem eine vollkommene Einheit stattfindet.
(Timothy Radcliffe OP /*1945/, Auszug aus dem Buchgespräch Ich nenne euch Freunde, 2000)