Fange bei dir selbst an.

Ich habe mir in meiner Jugend, zu jener Zeit, als es auf der ganzen Welt so viele Spaltungen gab, die Frage gestellt: Warum gibt es unter den Menschen, auch unter den Christen, so viele Streitigkeiten, so viele Urteile? Eines Tages, ich erinnere mich genau daran, beobachtete ich im Dämmerlicht eines späten Sommerabends das gedämpfte Licht, als der Schatten über die Landschaft fiel. Da sagte ich mir: Beginne bei dir selbst, entscheide dich, dass du keine strengen Urteile fällen wirst, bemühe dich eher, die anderen zu verstehen, als verstanden zu werden, und du wirst Freude finden. Ich war etwa sechzehn Jahre alt. An diesem Tag hoffte ich, dass diese Entscheidung für immer gelten würde.

(Bruder Roger /Robert Schütz; 1915–2005/)