Das Leben am Karmel ist Liebe. Ich versichere dir, Mama, dass ich einen unstillbaren Hunger und Durst verspüre, damit die Seelen Gott nicht aus Angst suchen, sondern mit unbeschränktem Vertrauen in seine Liebe. Suche Gott so, Mama, und du wirst sehen, dass Gott sich dir nähern und dich tief in den unendlichen Ozean der Liebe eintauchen wird.
Ich bin glücklich, weil ich mit der Aufgabe betraut wurde, die Schwestern zu wecken, und deshalb stehe ich viertel Stunde früher auf. Es ist der schönste Moment, denn überall ist Dunkelheit, der Mond scheint noch, und ich bin die Erste, die in den Chor kommt. Dort stehe ich allein vor dem Herrn, Mama, und sage ihm viele Dinge, für alle…
(Theresia von den Anden /1900–1920/, Brief an die Mutter, kurz nach dem Eintritt ins Kloster, Mai 1919)