Der Herr wirkt gerne in den Schwachen.

Spirituelles Wachstum geht nicht unbedingt Hand in Hand mit psychischer Verbesserung. Das kann geschehen, muss es aber nicht. Es darf auf keinen Fall das absolute Kriterium für Wachstum sein. Ein Mensch kann Christus tief verbunden sein und verlangen, gemäß seinem Willen zu leben, trotz seiner psychischen Zerbrechlichkeit.
Hier kommt die Gnade ins Spiel, wenn sich in schwachen und zerbrechlichen Menschen die Kraft Christi zeigt, wenn sich in ihnen trotz ihrer Zerbrechlichkeit der Herr offenbart. Solche Individuen können in der Tat wertvoll sein, weil sie uns zeigen, dass der Herr gerne in den Schwachen wirkt und nicht in den Starken und Mächtigen. Und der Herr freut sich auch darüber, wie diese Menschen in ihrer Demut auf ihn vertrauen. Alles trägt zum Guten bei für die, die Gott lieben – einschließlich der Hindernisse auf dem Weg, der Schwierigkeiten und unserer psychischen Ausrüstung.

(Mary David Totah, OSB /1957–2017/, Freude an Gott)