Acht Tage vor der Feier der Geburt des Herrn begegnen wir in der Liturgie Texten, die die Kirche seit der Mitte des ersten Jahrtausends singt. Bei den Vespern als Antiphonen zum Magnificat und neu auch bei der heiligen Messe als Vers vor dem Evangelium erklingen Worte voller Erwartung des Heilands. Auf Latein beginnen sie mit dem Ruf „Ó“ – deshalb werden sie „Ó Antiphonen“ genannt.
Ó Weisheit, du bist aus dem Mund des Höchsten ausgegangen, von einem Ende zum anderen breitest du dich aus und lenkst alles mächtig und lieblich: Komme und lehre uns den Weg der Klugheit.
O Sapientia, quae ex ore Altissimi prodiisti, attingens a fine usque ad finem, fortiter suaviterque disponens omnia: veni ad docendum nos viam prudentiae.
(Gesang vor dem Evangelium; Antiphon zum Magnifikat der Gottesmutter – 17. Dezember)