Lieber Bruder!
An der Schwelle der heiligen Fastenzeit sende ich euch wieder einmal herzliche brüderliche Grüße. Der Krieg zieht seinen verhängnisvollen Kreis um uns immer enger, deshalb müssen wir uns immer enger unter die schützenden allmächtigen Hände des Vaters beugen und auf alles Gute nur von ihm warten. … Nie habe ich die Schönheit dieses Lebens so stark wahrgenommen, die raue Schönheit, die darin besteht, dass der Mensch durch die äußere Dunkelheit in die wahre Welt des Geistes voller Licht blickt, in die wirkliche Welt Gottes, und darum ruhig weiter bis zum Berg des Herrn schreiten kann… Beten wir füreinander, dass uns all diese Prüfungen mit wahren geistlichen Gütern bereichern.
(Adolf Kajpr SJ /1902–1959/, Brief an einen Mitbruder; Dachau, 28. Januar 1945)