Wenn wir alles, was Gott will, als gut annehmen, sollten wir es nicht mit stumpfer Resignation tun. Christus war und ist einer von uns, ausgenommen die Sünde. Er war und ist nicht kalt und gefühllos. Christus war kein Stoiker, er war menschlich. Er wollte, dass unser armes Glück auch sein Glück ist. Er fand es schön, dass er von seiner Mutter und Freunden geliebt wurde. Er wollte menschliche Sorgen, Lebensprüfungen, Hoffnungen und Enttäuschungen erfahren. Er litt und schämte sich nicht dafür, zu leiden, er schämte sich nicht, sein Leiden zu zeigen. Er weinte und versteckte nicht, dass er weint. Er hatte Angst vor dem Leiden und dem Tod. Alle seine Freunde konnten sehen, dass er litt und Angst hatte. Es ist nicht unser armes leidendes Körper, sondern die Tiefe der Seele, die den Willen Gottes annimmt. In unserem tiefsten Inneren, im geheimsten „Ich“, wo unser Glaube wohnt, wo unsere Liebe zu Christus gerichtet ist, nehmen wir den Willen Gottes an.
(P. Albert Peyriguere /1883–1959/, Korrespondenz, Brief vom 16. Januar 1954)