Hin und wieder blicken wir auf das Kreuz...

Im November verschlechterte sich mein Gesundheitszustand, und gleichzeitig erkrankten alle meine Mitschwestern bis auf eine und eine andere Postulantin, die erst vor kurzem gekommen war. Wir mussten weltliche Helferinnen suchen, die uns in der Not unterstützen würden. Wegen all dem kam unser Kloster in große Not, was mir großes Leid bereitete. Es war eine harte Prüfung ohne jeglichen Trost. Ich befand mich in tiefstem Verzweiflung. Am Fest der Unbefleckten Empfängnis, als ich in jeder Hinsicht immer mehr und mehr Kräfte verlor, bat ich darum, dass man mir das Kreuz vorlegt, und ich konnte nichts anderes tun, als von Zeit zu Zeit die Augen zu heben, auf das Kreuz zu schauen und von ganzem Herzen zu wiederholen: „Ich vertraue dir dein Werk an, ich vertraue dir diese deinen und meine lieben Wesen an! Es scheint, dass all dies enden und zerfallen wird, wenn ich sterbe. Deshalb vertraue ich alles in deine Hände. Fiat.“ An diesem Tag gefiel es dem Herrn, dass ich auf wunderbare Weise Entlastung fand.

(bl. Maria Tereza Scrilli, Gründerin des Instituts unserer Dame vom Karmel, 1825–1889, Auszug aus der Autobiografie)