Man muss von eigener Armut ausgehen und in ihr suchen, wie man zur Vergebung gelangt. (…)
Ich dachte heute Morgen daran, als wir in L’Aquila ankamen und nicht landen konnten: dichter Nebel, alles war dunkel, es ging nicht. Der Hubschrauberpilot kreiste, kreiste, kreiste... und schließlich sah er ein kleines Loch und es gelang ihm, hineinzufliegen: er ist ein Meister. Und in dieser Situation dachte ich: Dasselbe geschieht mit der Armut, mit unserer eigenen Armut. So oft schauen wir und sehen, dass wir nichts sind, dass wir weniger als nichts sind; und wir kreisen, kreisen..., aber manchmal schafft der Herr einen kleinen Spalt: „Geh hinein, das sind die Wunden des Herrn.“ Barmherzigkeit existiert, aber sie ist in deiner Armut. Es ist ein Spalt, den der Herr in deiner Armut schafft, um dir den Eintritt zu ermöglichen. Barmherzigkeit, die in deiner, in meiner, in unserer Armut kommt.
(Papst Franziskus, Ansprache in L’Aquila, 28. August 2022)