Alle gnadenlosen und menschenverachtenden Ideologien, deren furchtbare Ernte wir im 20. Jahrhundert und seit 1789 erfahren haben, beruhen auf der Verachtung der Person.
In einer Predigt las ich einst den Satz: „Christus starb für das edelste Anliegen der Menschheit.“ Nein, er starb nicht für eine Sache. Er starb für Gott und für die Menschen, und darin besteht der Sieg Gottes und der Sieg für den Menschen. Dinge sind nicht und werden nicht edel sein, wenn Menschen wegen ihrer willen getötet werden. Der Auferstandene ist der Sieg der Person, die mehr ist als eine Sache, denn Gott ist eine Person und ruft den Menschen mit ewiger Liebe, dass auch der Mensch ewig sein möge und seine Liebe ewig sei.
(Kardinal Joseph Ratzinger, österliche Meditation, 1984)