Ich halte mich für den elendesten aller Menschen, zerfetzt von Wunden, voller Gestank, ein Mensch, der alle möglichen Verbrechen gegen seinen König begangen hat. Voll aufrichtiger Reue bekenne ich ihm all meine Bosheit; ich bitte ihn um Verzeihung, ich übergebe mich in seine Hände, damit er mit mir tue, was ihm gefällt. Dieser König, voller Güte und Barmherzigkeit, ist weit davon entfernt, mich zu bestrafen, sondern nimmt mich liebevoll in seine Arme, lässt mich an seinem Tisch essen und bedient mich selbst, gibt mir den Schlüssel zu seinen Schätzen und handelt mit mir in allem, als wäre ich sein bester Freund; er spricht mit mir, liebt mich unablässig auf tausend Arten, ohne mich daran zu erinnern, dass er mir vergeben hat, oder mich grundlegend verändern zu wollen. Obwohl ich ihn bitte, mich nach seinem Willen zu verwandeln, fühle ich mich immer schwächer und elender, zugleich aber immer mehr von Gott gehegt und geliebt.
(Hl. Laurentius von der Auferstehung, Korrespondenz, Brief Nr. 6)