Warum nicht das mitnehmen, was wir lieben?

Für mich ist das Gebet vor allem Leben. Ich kann Gott nicht getrennt von allem Geschaffenen wahrnehmen, denn Gott ist so lebendig und präsent in der ganzen Schöpfung. Deshalb möchte ich in meinem Gebet mit allen Geschöpfen zu ihm kommen, mich nicht von ihnen trennen, wenn ich sie ihm bringe, damit auch er nicht von allem getrennt ist, was er geschaffen hat und was er mit der Liebe des Schöpfers, mit der Liebe des Vaters liebt (…).
Beim Gebet können wir die ganze Zeit damit verbringen, Gedanken an das, was wir lieben, fernzuhalten, und es wird uns trotzdem nicht gelingen. Warum also nicht von der ersten Minute an das mitnehmen, was wir lieben, damit die göttliche Liebe es selbst reinigt?

(die kleine Schwester Magdalena Jesu /1898–1989/, persönliche Notizen, 1946)