Für alle Ewigkeit werde ich deine wahre Schwester sein.

Auf den Brief von P. Bellièr haben Terezie am folgenden Tag reagiert:

Mein armer und lieber Brüderchen,

dein Schmerz berührt mich zutiefst, aber siehst du, wie gut Jesus ist. Er erlaubt mir, dir noch schreiben zu können und es zu versuchen, dich zu trösten, und zweifellos ist es nicht das letzte Mal. Der liebe Erlöser hört deine Klagen und deine Gebete, und deshalb lässt er mich noch auf Erden. Denk nicht, dass ich darüber traurig bin, ach nein, mein lieber Brüderchen, im Gegenteil. Ich sehe in diesem Verhalten Jesu, wie sehr er dich liebt!...

Mein Brüderchen, wie gerne würde ich Balsam der Trost in dein Herz gießen! Ich kann mir nur Jesu Worte vom letzten Abendmahl ausleihen. Er wird sich deshalb nicht beleidigt fühlen, schließlich bin ich seine kleine Braut, und deshalb ist sein Besitz mein. Ich sage dir wie er zu seinen Freunden: „Ich gehe zum Vater, aber euer Herz ist voller Traurigkeit, weil ich so zu euch gesprochen habe. Dennoch sage ich euch die Wahrheit. Es ist gut für euch, dass ich gehe. Jetzt habt ihr Traurigkeit, aber ich werde euch wiedersehen, und euer Herz wird sich freuen, und eure Freude wird euch niemand nehmen.“

Ja, ich bin mir sicher, wenn ich ins Leben eintrete, wird der Kummer meines Brüderchens in friedliche Freude verwandelt, die kein Geschöpf ihm nehmen kann. Ich spüre es, wir müssen denselben Weg ins Himmelreich gehen, den Weg des Leidens verbunden mit Liebe. Wenn ich im Hafen bin, werde ich dir, mein lieber Brüderchen meiner Seele, beibringen, wie du mit Hingabe und der Liebe eines Kindes über das stürmische Meer der Welt segeln sollst, das weiß, dass es von seinem Vater geliebt wird…

Ich bitte dich, Brüderchen, bemühe dich zu glauben, dass du mich nicht verlieren wirst, sondern dass du mich finden wirst und dass ich dich nicht mehr verlassen werde… Mit Gott, mein lieber und herzlich geliebter Bruder, glaube, dass ich für alle Ewigkeit deine wahre Schwester sein werde.

T. vom Kind Jesus r. c. i.

(Terezie vom Kind Jesus und vom heiligen Antlitz, Brief an Abbé Bellièro, DT 258, 18. Juli 1897)