Die Fleischwerdung des Wortes ist in jedem Gebet der Erlösten ein unaussprechlicher Ruf des Geistes unseres Herrn Jesus Christus an Gott geworden. So sind alle Gebete der Erlösten in die Fülle des Wortes eingebunden, das unser Fleisch und unser Blut angenommen hat, um es für immer zu bewahren. Es reicht bis ins Unaussagbare, ins grenzenlose Geheimnis des göttlichen Seins.
Es ist unsere unergründliche Chance, der man nicht entkommen kann. Es weist auf die geheimnisvolle Essenz unserer Worte zu Gott hin.
All dies gilt nicht nur für hohe mystische Entrückung oder feine theologische Kontemplation, sondern für jedes schlichte Gebet, ja es gilt sogar dort, wo der Mensch in Stille verweilt und mit einer Frage auf den Lippen vor der Dunkelheit des göttlichen Geheimnisses steht.
(P. Benedikt Holota OFM /* 1922/, Aufzeichnungen aus den Jahren 1964–75; hier nach Karl Rahner)