Gnade und Frieden in Christus.
Verehrter und willkommener Freund! Ihr lieber Bruder hat mir erzählt, dass Sie sehr betrübt sind und dass Kummer auf Ihnen lastet. Was wir zusammen besprochen haben, wird er Ihnen sicherlich selbst mitteilen. Doch Sie, mein lieber Matthias, geben Sie sich nicht Ihren Gedanken hin, sondern hören Sie zu, was andere Ihnen sagen! (…)
Da Gott will, dass wir einander trösten und dass jeder an solche Trost glaubt, lassen Sie Ihre Gedanken hinter sich und wissen Sie, dass der Teufel Sie damit quält, der nicht ertragen kann, wenn wir einen fröhlichen Geist haben.
Hören Sie also, was ich Ihnen im Namen Gottes sage: Seien Sie glücklich in Christus, der Ihr barmherziger Herr ist. Lassen Sie ihn sich um Sie kümmern; er sorgt sich um Sie, auch wenn Ihnen noch das fehlt, was Sie sich wünschen. Leben Sie und erwarten Sie von ihm das Beste. Das ist ihm über alles lieb wie das beste Opfer, wie die Schrift sagt. Denn es gibt kein liebenswerteres Opfer als ein fröhliches Herz. (…) Wenn gute Leute Sie trösten, lieber Matthias, lernen Sie zu glauben, dass Gott selbst durch ihre Lippen zu Ihnen spricht.
(Martin Luther /1483–1546/, Brief an Matthias Weller, 7. Oktober 1534)