Herr, vor dir haben wir die Wüste, arm an Leben, arm an Fruchtbarkeit, arm an Früchten! Du bist jedoch die Blüte und die Frucht, Du bist die Auferstehung in dieser Wüste! Herr, wir bitten Dich, möge unser Herz für Dich geöffnet sein und wir uns nicht in uns selbst verschließen, damit wir durch Dich blühen, damit wir durch Dich Frucht tragen! Mögen wir eine blühende Wüste in der Kraft und Pracht Deiner Liebe sein! Wir liegen hier wie ein aussterbendes und unfruchtbares Leben und sollten der Schoß der Braut sein, die Dich umarmt, die Dich gebärt, die Dich hinlegt. Mögest Du, Geist der Auferstehung, über uns wehen und uns beherrschen, damit wir Dich spüren, damit wir Dich tragen, damit wir Dich geben können; Dich, Gott, alles in allem, Dich, Heiliger Geist, alles in allem! (…) Mögest Du auferstehen, Herr, mögest Du aus unserer Wüste strömen, aus unserer Unfruchtbarkeit, aus unserer Unerfahrenheit und alles in allem werden.
(Erich Przywara SJ /1889–1972/, Gebete dieser Zeit, 7; zur Zeit des 2. Weltkriegs)