Lieber Bruder!
Es ist ein regnerischer Sonntag Ende Juli. Draußen gibt es nichts, was anzieht, die Kühle und Nässe wirken sich nicht positiv auf die Stimmung aus. An solchen Tagen ist es nötig, in die Kapelle zu gehen, oder man muss in seinem eigenen Inneren eine Kapelle finden und in ihr eine kleine Lichtquelle, eine ewige Lampe, die erhellt und wärmt, auch wenn draußen die Kälte und Dunkelheit noch so groß ist. In den letzten zwei Wochen haben wir hier zahlreiche heftige Angriffe erlebt, von denen Sie sicher aus der Zeitung wissen. Mit Gottes Hilfe sind wir auch diesmal unversehrt davongekommen…
(Adolf Kajpr SJ /1902–1959/, Brief an einen Mitbruder; Dachau, 23. Juli 1944)