Nicht darum hab ich, Gott, die Liebe dir gegeben,
dass du den Himmel für dies versprochen hast;
nicht darum hab ich vor dir stets gebebt,
dass ich die grausamen Strafen fürchtete.
Doch rührt mich der Gedanke, der beständig ist,
wie deine Brust ans Kreuz genagelt, sich bleicht,
ruft mich die Wunden deines Körpers,
dein Tod und sein unendlicher Schrecken.
Deine Liebe bindet mich, dass, wäre kein Himmel,
ich dir doch ebenso treu bleiben würde,
und wäre es die Hölle, hätte ich Angst vor dir.
Gib mir nichts, dass ich dich immer liebe:
Himmel, auch wenn ich darauf, abends hoffe,
würde ich dich wie jetzt immer lieben.
(Sonett, das früher der heiligen Therese von Jesús zugeschrieben wurde,
Übersetzung von Otto F. Babler, 1925)