Herr, du weißt, dass ich keinen anderen Schatz habe als die Seelen, die du mit meiner Seele verbunden hast: Diese Schätze hast du mir selbst anvertraut, weshalb ich es wage, die Worte zu entleihen, mit denen du dich an den himmlischen Vater in der letzten Nacht wandtest, die dich noch als Pilger und Sterblicher auf unserer Erde traf. Jesus, mein Geliebter, ich weiß nicht, wann mein Exil enden wird… Viele Abende habe ich noch zu singen über deine Barmherzigkeit im Exil, aber schließlich wird auch für mich der letzte Abend kommen. Dann möchte ich dir sagen können, mein Gott: „Ich habe dich auf Erden verherrlicht. Ich habe das Werk vollendet, das du mir anvertraut hast, um es zu tun. Ich habe deinen Namen den Menschen offenbart, die du mir gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben. Nun haben sie erkannt, dass alles, was du mir gegeben hast, von dir kommt. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben. Sie haben sie angenommen und wirklich erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich bitte für die, die du mir gegeben hast, denn sie sind dein. Ich bin nicht mehr in der Welt, aber sie sind in der Welt, und ich gehe zu dir. Heiliger Vater, bewahre sie in deinem Namen, den du mir gegeben hast. Nun gehe ich zu dir, aber dies spreche ich noch in der Welt, damit sie die Freude, die von dir kommt, in sich vollendet haben. Ich bitte nicht, dass du sie aus der Welt nimmst, sondern dass du sie vor dem Bösen bewahrst. Sie sind nicht von der Welt, wie auch ich nicht von der Welt bin. Ich bitte nicht nur für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an dich glauben.
Vater, ich will, dass dort, wo ich bin, auch die, die du mir gegeben hast, bei mir sind, und dass die Welt erkennt, dass du sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast.“
Ja, Herr, das wollte ich vor dir wiederholen, bevor ich in deine Arme fliege. Ist das Dreistigkeit? Aber nein, schon lange hast du mir erlaubt, dir gegenüber kühn zu sein. Wie der Vater des verlorenen Sohnes zu seinem älteren Sohn sprach, hast du mir gesagt: „Alles, was mein ist, ist auch dein.“ Deine Worte, Jesus, sind also meine, und ich kann sie verwenden, um Gnaden des himmlischen Vaters auf die Seelen, die mit mir verbunden sind, herabzurufen. Doch wenn ich sage, dass ich möchte, dass die, die du mir gegeben hast, auch dort sind, wo ich sein werde, meine ich nicht, dass sie nicht eine viel höhere Herrlichkeit erreichen könnten, als du mir zu geben belieben möchtest: Ich möchte einfach bitten, dass wir eines Tages alle im deinen schönen Himmel vereint sind.
(Hl. Theresia vom Kinde Jesu und vom Heiligen Antlitz, Auszug aus Manuskript C)