Damit wir am Ende der Eucharistie frei hinausgehen können.

Nicht alle Erinnerungen sind gut. Einige müssen mit Mut angegangen werden. Ein großes Gebet, das unsere schmerzlichsten Erinnerungen in den Arm nimmt, ist die Eucharistie (…)
In der Eucharistie erinnern wir uns nicht nur an Jesus' Geschenk seines Leibes und Blutes, sondern auch an das Versagen der Jünger, an Petrus' Leugnung. In der Eucharistie wagen wir es, uns daran zu erinnern, wer wir sind und was wir getan haben, damit wir die Vergangenheit hinter uns lassen, jetzt leben und nach vorne schauen können. Wir können uns erinnern und frei sein, denn es sind nicht nur unsere privaten Geschichten, die wir alleine tragen müssen, sondern es sind kleine Geschichten in einer großen, umfassenden Geschichte der großen Dinge, die der Herr für uns getan hat. Petrus konnte den Mut aufbringen, sich an sein Versagen zu erinnern, weil es keine private Geschichte der Schande ist, sondern ein Ereignis in der guten Nachricht, die das Evangelium bringt. All diese Erinnerungen, die wir nicht wagen anzusprechen, und die uns gefangen halten, können beim Opfern auf den Altar gelegt und dort gelassen werden, damit wir am Ende der Eucharistie frei hinausgehen können.

(Timothy Radcliffe OP /*1945/, Lebendig in Gott sein)