Und obwohl ich nicht in der Lage bin, richtig zu denken, richtet mich Gott wieder auf, sobald ich eine Minute allein in der Kapelle bin. Es ist gut zu beten, auch wenn es einem nichts bedeutet. Der bloße Versuch genügt, um sich besser zu fühlen. Man gibt etwas von seinem eigenen Ich ab, und das gibt einem immer Kraft. Und der Gedanke, dass ich, auch wenn ich mich verdorben fühle, nichts anderes will als Gott und seine Einsamkeit, ist tröstlich. Gesundheit oder Krankheit entscheiden nicht, unum est necessarium.
(Thomas Merton /1915–1968/, Tagebucheintrag vom 16. November 1947)