Heute gedenken wir der siebzig Jahre seit dem Ende des Koreakriegs (27. Juli 1953). Am 25. Juni 1950 fiel die Armee Nordkoreas (unterstützt von der Sowjetunion und später von chinesischen „Freiwilligen“) in Südkorea ein, in dem Bestreben, die gesamte Halbinsel unter der nordkoreanischen kommunistischen Diktatur zu vereinigen. Das angegriffene Land erhielt militärische Unterstützung von den Vereinten Nationen. Ein Waffenstillstand konnte erst nach Stalins Tod ausgehandelt werden, die Grenze zwischen Nord- und Südkorea blieb in etwa im vor dem Krieg bestehenden Zustand, ein Friedensvertrag wurde jedoch bis heute nicht abgeschlossen.
Eine Stütze für die amerikanischen Soldaten, die halfen, die Besetzer zurück auf ihr Gebiet zu drängen, war der amerikanische Militärkaplan tschechischer Herkunft, P. Emil Kapaun /1916–1951/. Bei der Versorgung der Verwundeten wurde er gefangen genommen und rettete dann selbstlos das Leben seiner Mitgefangenen in einem Gefangenenlager, wo er am 23. Mai 1951 aufgrund brutaler Behandlung starb. Nach seinem Tod häuften sich die Zeugenaussagen über seinen Mut und sein barmherziges Handeln, was sowohl zur Einleitung des Seligsprechungsprozesses führte (im Jahr 1993 wurde P. Emil als Diener Gottes anerkannt) als auch zur Verleihung der höchsten amerikanischen militärischen Auszeichnung (am 11. April 2013). Barack Obama sagte damals in seiner Rede: „Vater Kapaun wurde als Hirte in Militärstiefeln bezeichnet. Soldaten, die ihm nahe waren und seinen Segen und seine Barmherzigkeit wahrnahmen, bezeichneten ihn als Heiligen, sie sahen in ihm ein Geschenk Gottes. Dieser amerikanische Soldat hat nie aus einer Waffe geschossen, und trotzdem handhabte er die mächtigste Waffe von allen: er liebte seine Brüder so sehr, dass er bereit war zu sterben, damit sie leben konnten.“
Nach meiner Weihe war ich entschlossen, mich „für Gott verzehren“ zu lassen. Ich war entschlossen, fröhlich zu dienen, egal unter welchen Umständen ich mich befinden würde, oder wie schwer das Leben sein würde, das ich führen müsste. Und deshalb meldete ich mich freiwillig für die Armee und möchte heute tausendmal lieber arbeiten, losgelöst von gewohnter Bequemlichkeit und ein echter „Vater“ für viele sein, als an einem schönen, bequemen Ort zu leben, mit einem Gewissen, das mir sagen würde, dass ich für viele ein Hindernis bin.
(Emil Kapaun /1916–1951/,
Auszug aus einem Brief an den Bischof, in dem er um Zuweisung zur Armee bat;
bearbeitet nach dem Buch von Roy Wenzl Die stärkste Waffe und Riccardis Jahrhundert der Märtyrer)