Seligsprechung der Märtyrer des Spanischen Bürgerkriegs

Links: P. Carmelo Maria Moyano Linares und neun Mitbrüder aus der Provinz Betica, Märtyrer; rechts: P. Alberto Marco Alemán, O.Carm. und acht Brüder aus der kastilischen Provinz, MärtyrerIm November 2012 legte die Spanische Bischofskonferenz das Datum der Seligsprechung weiterer spanischer Märtyrer des 20. Jahrhunderts fest. Die Seligsprechung findet am 13. Oktober 2013 in Tarragona, Spanien, statt. In der Gruppe der Märtyrer ist auch P. Alberto Marco Alemán, O.Carm. mit acht Brüdern aus der kastilischen Provinz und P. Carmel Maria Moyano, O.Carm. mit neun Mitbrüdern aus der Provinz Betica.

 

Der Spanische Bürgerkrieg dauerte vom 17.7.1936 bis zum 1.4.1939. Besonders in den ersten Monaten wurden einzelne Priester und ganze Ordensgemeinschaften von Gruppen von Kommunisten und Anarchisten ermordet. Zu dieser Zeit schätzte die Gesellschaft Priester und Ordensleute kaum und die Regierung versuchte, die Religion zu unterdrücken. Im Krieg kamen 13 Bischöfe, 4172 diözesane Priester und Seminaristen, 2364 Ordensleute und 283 Nonnen um; insgesamt also 6832 Opfer. Neben der Ermordung von Bischöfen, Priestern und Ordensleuten wurden auch Kirchen zerstört und heilige Stätten entweiht.

Unter den Ermordeten waren auch P. Alberto Maria Marco Alemán, Oberer des karmelitischen Hauses Ayala in Madrid, und seine acht Mitbrüder aus dem Kloster El Carmen in Onda in Kastilien. In der ersten Woche des Krieges, am 20.7.1936, wurden die Brüder im Kloster Ayala telefonisch gewarnt, dass ihr Kloster überfallen werden sollte. P. Alberto forderte alle auf, sich dem Willen Gottes zu unterwerfen und Zivilkleidung anzulegen. Es gelang ihm, die Brüder bei befreundeten Familien zu verstecken und die Klosterunterlagen zu sichern.
P. Alberto versteckte sich bei den Schwestern Aquiler, die zusammen mit ihrer Dienstmagd wohnten. Sein Versteck wurde verraten – wahrscheinlich von einem Nachbarn – und Soldaten nahmen ihn und alle drei Frauen fest. Die Frauen wurden später freigelassen, aber P. Alberto wurde ein Freiwilligen nur unter der Bedingung versprochen, dass er seinen Ordensstatus aufgibt. Dies wies er entschieden zurück.
Im Gefängnis war P. Alberto ein Freund aller. Er hörte Beichten, ermutigte, betete mit anderen den Rosenkranz. Am 23. November 1936 verschlechterte sich plötzlich sein Gesundheitszustand und er wurde in den sogenannten Nachttransport geschickt, was – wie jeder wusste – einem Todesurteil entsprach. P. Alberto verabschiedete sich von allen Mithäftlingen. Zu seinem engsten Freund Jesus Sanchez sagte er nur: „Leb wohl für immer, und bete für mich... möge Gottes Wille geschehen, leb wohl.“
Es meldete sich niemand, der bei der Hinrichtung P. Albertos persönlich anwesend war, aber mit seinem nächtlichen „Transport“ endet seine Geschichte de facto. Sein Bruder Luis und sein Freund Jesus Sanchez versuchten, seinen Körper zu finden, aber in einem Massengrab von 17.000 Menschen war das nicht möglich.

Weitere 8 Märtyrer waren Studenten aus dem karmelitischen Kloster in Onda in Kastilien. Am 24.7.1936, während einer öffentlichen Novene zu Unserer Lieben Frau vom Karmel, wurden sie unterbrochen und aufgefordert, das Gebet zu beenden. Sie befolgten dies und setzten das Gebet hinter verschlossenen Türen fort. Am 26.7. beschütteten rote Gardisten die Türen des Klosters mit Benzin und versuchten, das Kloster niederzubrennen. Am 27.7. um fünf Uhr nachmittags stürmte eine große Gruppe von Soldaten das Kloster und befahl, das Kloster innerhalb einer Stunde zu räumen. Einem Studenten gelang es, durch den Hintereingang zu fliehen, ein Schuss des Soldaten verfehlte ihn. Die übrigen 21 empfingen die Eucharistie und sangen Salve Regina. In Zivilkleidung wurden sie dann mit dem Zug etwa 80 km nach Valencia gebracht.
Obwohl sie einen Ausweis erhielten, der sie schützen sollte, wurden sie an jeder Station von Gruppen von Soldaten bedroht und beschossen. Während der Reise gelang es einigen Studenten zu fliehen und nur 12 kamen in Madrid an. Dort wurden sie von Soldaten in ein Sozialhilfezentrum für Bettler und Obdachlose gebracht. Zwei der Studenten hatten in Madrid Familien, bei denen sie bleiben durften, und überlebten so den Krieg. Ein Bruder, Isidoro Garrido, trennte sich auf irgendeine Art und Weise von der Gruppe, fand wie durch ein Wunder in Madrid seine Tante, deren Adresse er nicht kannte, und verbrachte bei ihr den Rest des Krieges.
Nach acht Tagen im Sozialzentrum wurden die verbleibenden 8 Brüder in ein Institut für Blinde in Carabanchel Bajo verlegt. Sie blieben dort nur vier Tage, aber sie hinterließen einen großen Eindruck auf die Bewohner: Diese bezeugten später ihre Liebe und den Wunsch, ihnen zu dienen.
In der Nacht zum 17. August wurden die Brüder auf einen nahegelegenen Friedhof gebracht und erschossen. Ihre Körper wurden am Ort belassen. Am nächsten Morgen bemerkte eine vorbeigehende Frau, dass einer der Jüngsten nicht tot war, sondern versuchte, sich wegzuschleppen. Beweise deuten darauf hin, dass es Bruder Bartholomè Maria war, der 19 Jahre alt war. Sie erzählte es einem der Soldaten, der sein Leiden mit einem tödlichen Schuss beendete.
Den ganzen Tag blieben die Körper der Brüder am Ort, damit alle sie sehen konnten. Dann wurde ein Arzt gerufen, um ihre Sterbeurkunden auszustellen. Danach wurden ihre Körper aus der Kleidung befreit. Sie lagen nackt, bis der Befehl kam, sie in zwei Gräber auf demselben Friedhof zusammen mit zwei anderen erschossenen Männern zu begraben. Im Jahr 1950 wurden ihre Körper gefunden und in die karmelitische marianische Wallfahrtsstätte in El Henar überführt, wo sie in der Klostergruft beigesetzt wurden.

P. Carmelo Maria Moyano Linares und neun Mitbrüder aus der Provinz Betica, MärtyrerEine weitere Gruppe von karmelitischen Märtyrern sind P. Carmelo Maria Moyano Linares und neun Mitbrüder aus den Klöstern in Hinojosa del Duque und Montoro in der Provinz Betica. P. Carmelo Maria Moyano Linares, Provinzial dieser Provinz, wurde am 23.9.1936 getötet; zuvor wurden am 27.7.1936 P. José Maria González Delgado und am 14.8.1936 die Brüder Eliseo Maria Carmargo Montes, José Luis Maria Ruíz Cardeñosa, Antonio Maria Martín Povea und der Postulant Pedro Velasco Narbona getötet. In Montoro wurden am 22.7.1936 die Brüder José María Mateos Carbadillo, P. Eliseo Maria Durán Cintas, Bruder Jaime Maria Carretero Rojas und Bruder Ramón Maria Pérez Sousa getötet.

Bl. Angel Maria Prat Hostench, O.Carm. und 16 weitere karmelitische MärtyrerDie zuvor erwähnten seliggesprochenen Märtyrer schließen sich einer Gruppe von weiteren siebzehn spanischen karmelitischen Märtyrern des 20. Jahrhunderts an, die am 28.10.2007 seliggesprochen wurden. Wir erinnern daran, dass es sich um 12 Karmeliten handelt, die zur Gemeinschaft in Tarrega gehörten: P. Ángel Maria Prat Hostench, Prior; P. Eliseo Maria Maneus Besalduch, Novizenmeister; P. Anastasio Maria Dorca Coramina aus der Gemeinschaft in Olot, der in Tarrega anlässlich des Festes der Gottesmutter vom Karmel predigte; P. Eduardo Maria Serrano Buj, Professor; die Brüder Pedro Maria Ferrer Marin, Andrés Maria Solé Rovina, Juan Maria Puigmitjà Rubió, Miguel Maria Soler Sala und Pedro-Tomás Maria Prat Colledecarrara, Philosophiestudenten; der Laienbruder Eliseo Maria Fontdecaba Quiroga und die Novizen Elías Maria Garre Egea und José Maria Escoto Ruíz. Diese wurden am 28.7.1936 am Bahnhof in Tarrega festgenommen, in Clots dels Aubens di Cervera gebracht und am Morgen des 29.7. erschossen. Bei der Hinrichtung riefen sie den Namen Jesu und den Namen der Mutter vom Karmel an.

In der Nacht vom 13.8.1936 wurde in Vic bei Barcelona auch Sr. Maria von St. Josef Badía Flaquer, Klausurschwester, festgenommen und in derselben Nacht getötet, während sie ihre Reinheit verteidigte.

Br. Eufrosino Maria Raga Nadal, Subdiakon und Mitglied der Gemeinschaft in Olot, wurde am 3.10. desselben Jahres getötet.
Die Brüder Ludovico Maria Ayet Canós und Angel Maria Presta Batlle, Karmeliten aus der Gemeinschaft in Terrassa (Barcelona), wurden am 21.7.1936 festgenommen und im Modelo in Barcelona inhaftiert. Am 13.8.1936 wurden sie auf dem Friedhof in Terrassa erschossen.
Der Prior der Gemeinschaft in Olot, P. Fernando Maria Llobera Puigsech, wurde in einem Graben in Santa Elena de Montjuic (Barcelona) nach einem kurzen Gerichtsverfahren nur deshalb getötet, weil er Ordensmann war.